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09. Februar 2026
Nach Tod des Zugbegleiters: dbb hofft auf nachhaltige Diskussion in Politik und Gesellschaft
„Der Tod des Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz hat uns schwer erschüttert“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des dbb Hessen, Volker Weigand. „Es ist ein weiterer Tiefpunkt einer Eskalation, die wir schon lange beobachten und die uns große Sorgen bereitet.“
Dieses Mal war es ein Zugbegleiter, zuletzt war es ein junger Polizist. Aber Studien des dbb Hessen haben gezeigt, dass viele Berufsgruppen des öffentlichen Dienstes von Gewalt betroffen sind oder bereits Gewalterfahrungen gemacht haben. Dazu gehören Gerichtsvollzieher genauso, wie Lehrkräfte, Beschäftigte in Jobcentern oder Arbeitsagenturen oder im Justizvollzug. „Das Thema Gewalt betrifft praktisch alle Bereiche des öffentlichen Dienstes. Umso wichtiger ist es, dass endlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Menschen bei der Ausübung ihrer Arbeit zu schützen“, sagt Weigand.
Grundsätzlich begrüßt es der dbb Hessen, dass dieser neuerliche brutale Gewaltakt endlich die breite politische und gesellschaftliche Diskussion in Gang gesetzt zu haben scheint, die das Thema längst verdient hat. „Wir hoffen sehr, dass dies nicht nur der übliche Reflex oder ein Strohfeuer ist, sondern endlich eine nachhaltige Debatte geführt wird“, so Weigand.
Dass da noch viel Luft nach oben ist, zeigt auch die Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion an das Innenministerium vom November 2025, die dem dbb Hessen vorliegt. Zwar werden immer wieder Fälle gemeldet, die für die vor einigen Jahren eingeführte Angriffsentschädigung infrage kommen, doch sind die Bearbeitungen lang und umständlich. „Das ist sicherlich ein Anfang, aber es kommt noch viel mehr darauf an, die Beschäftigten besser zu schützen, damit solche Maßnahmen wie die Angriffsentschädigungen gar nicht erst greifen müssten“, fügt Weigand hinzu.
Bereits seit einigen Jahren hat der dbb Hessen damit begonnen, das Phänomen Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes wissenschaftlich zu ergründen, um das nach wie vor große Dunkelfeld besser erhellen zu können. Noch in diesem Frühjahr soll deshalb auch in Zusammenarbeit mit der Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HÖMS) eine weitere Studie in Auftrag gegeben werden, die weitere Aspekte des Gewaltphänomens beleuchten soll.
Pressemitteilung 3/2026 - Nach Tod von Zugbegleiter breite Diskussion
Ursprünglich veröffentlicht unter https://www.dbb-hessen.de
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